Ergebnisprotokolle der Bürgerworkshops

Hier finden Sie die Ergebnisse der drei Bürgerworkshops in den Merziger Stadtteilen am Bietzerberg. Sie bilden die Grundlage für den Leitbild- und Maßnahmenteil des integrierten Dorfentwicklungskonzepts.

Protokoll Harlingen:

Der erste Termin der Bürgerbeteiligung zum Dorfentwicklungskonzept Bietzerberg fand in Harlingen statt. Hierzu kamen 11 interessierte Teilnehmer, der Bürgermeister der Stadt Merzig Herr Hoffeld, der erste Beigeordnete Herr Bies, Herr Cappel (Stadtplanung) sowie Herr Später und Frau Fickinger vom Planungsbüro Argus Concept am 08.07.2021 im örtlichen Bürgerhaus zusammen, um gemeinsam über die Zukunft in Harlingen und am Bietzerberg zu diskutieren. Schnell kristallisierten sich (analog zu den Ergebnissen der Online-Befragung) Schwerpunktthemen wie die Gestaltung der Dorfmitte von Harlingen oder die Wohnraumentwicklung heraus. Auch die zukünftige Rolle der drei Bürgerhäuser des Bietzerbergs sowie eine potenzielles Vereinshaus für alle drei Ortsteile wurden thematisiert. 

Die Bestandssituation in der Dorfmitte von Harlingen wurde durch die Teilnehmer des Workshops als unbefriedigend betrachtet. Es fehle eine echte Dorfmitte mit Begegnungscharakter. Die Grünfläche Ecke Hauptstraße-Bergstraße müsse gestalterisch und funktional aufgewertet werden, evtl. müsse hierzu der Straßenraum zurückgenommen werden. Einigkeit herrschte darüber, dass die Fläche als Containerstandort nicht geeignet sei, es gelte einen Alternativstandort zu finden und eine Sitzmöglichkeit zu schaffen. Auch die zweite öffentliche Fläche, das Spielplatzgelände gegenüber der Kapelle, erfülle dieses Funktion nicht. Durch die Toilettenanlage sei der Platz zergliedert. Es fehle eine Beschattung der Spielbereiche und attraktive Sitz- und Aufenthaltsbereiche.
Der Zustand der Bebauung in der Turmstraße und Silbergasse wurde moniert (Leerstände, Gebäude mit Gestaltungsmängeln) auch die verkehrliche Situation sei durch die dichte Bebauung in diesem Bereich angespannt, die Teilnehmer sprachen sich für eine Einbahnstraßenregelung aus.
Durch die Teilnehmer wurde zudem auf die für die Ortsmitte ausgearbeiteten Konzepte der HTW Saar verwiesen. Hier bestehe eine Planung, die sich gut mit den Vorstellungen der Ortsgemeinschaft decke. Diese müssten in die Umsetzung gebracht werden. Dabei sollte vor allem die Einbindung von Grün- und weiteren Gestaltungselementen eine Rolle spielen. Der Raum um die Kapelle soll für alle Generationen nutzbar gemacht werden und auch eine Begegnungsort für etwa 10 - 30 Personen entstehen.
Als Alleinstellungsmerkmal am Bietzerberg verfügt Harlingen über eine Bauflächenreserve (Wohnbaufläche im Flächennutzungsplan) Teilnehmer wünschen sich eine Mobilisierung dieser Fläche zur Bedarfsdeckung in allen drei Stadtteilen. Diskutiert wurde die Gefahr einer Verödung der Ortsmitten durch Bauangebote am Ortsrand. Es gelte einen Ausgleich zwischen einem maßvollen Angebot an Neubaugrundstücken mit Projekten der Innenentwicklung (Umbau bestehender Gebäude, Lückenschluss im Bestand) zu finden. Bedarf bestünde aber nicht nur beim Bau bzw. beim Erwerb von Immobilien, sondern auch im Hinblick auf Mietwohnungen für 1-2 Personen. Hier übersteige die Nachfrage das Angebot erheblich.
Zur Förderung der Innenentwicklung wurde diskutiert, wie hier Anreize gesetzt werden könnten. Diskutiert wurden in diesem Zusammenhang  ein „Gutscheinsystem“ zur Beratung übernahmeinteressierter Immobilienerwerber durch einen Architekten und finanzielle Förderungen durch die Stadt beim Kauf ortsbildprägender Gebäude mit baulichen Mängeln.
Im Hinblick auf das Vereinsleben betonten die Harlinger Bürger, dass es hier bereits ein gewachsenes Gemeinschaftsgefühl am Bietzerberg gäbe, der Bezug auf das eigene Dorf sei hier nicht von besonderer Bedeutung.

Leitbild 2030

Harlingen – Dorf mit einer lebendigen und attraktiven Mitte

Im alten Ortskern, überragt von der Kapelle, entsteht ein attraktiver und durchgrünter Dorfraum als Wohn- und Begegnungsort. Durch den Abbruch einzelner Altgebäude wird der Bereich geöffnet und es wird Platz geschaffen für einen „Dorftreff“ für bis zu 30 Personen.

Durch Förderung und Beratung finden sich neue Käufer für die Altgebäude in der Ortsmitte, die diese in einem dorfgerechten Stil herrichten. Einzelne Gebäude können für ein generationenübergreifendes und gemeinschaftliches Wohnen entwickelt werden.

Harlingen profitiert zudem von einem neu zu schaffenden „Vereinshaus“ am Bietzerberg. Dieses ist multifunktional und auch für größere Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten (z.B. Tischtennis, Turnen) ausgelegt und schließt die Defizite der drei bestehenden Häuser, die in der Folge anderen Nutzungen zugeführt werden. Mit dem neuen „Vereinshaus“ erfolgt eine positive Entwicklung des Vereinslebens mit neuen und erweiterten Angeboten.

Mit attraktiven und modernen Mobilitätsangeboten sinkt zukünftig die Bedeutung des eigenen Kfz, die angespannte Situation im Bereich des ruhenden Verkehrs wird sich entspannen.

Harlingen bleibt so auch in der Zukunft durch seine attraktive Lage und sein naturnahes Umfeld als Wohnstandort nachgefragt und verhindert so durch Zuzug von außen eine Verödung und Überalterung des Dorfes.


Welche Rolle übernimmt Harlingen am Bietzerberg?

Für den Bietzerberg könnte Harlingen nach Vorstellung der anwesenden Bürger verschiedene Funktionen bedienen. Neben der Bereitstellung einer stadtteilübergreifenden Bauflächenreserve könnten hier zukünftig flexible Freizeitangebote für die Jugend geschaffen werden. Hierbei würde sich beispielsweise eine Revitalisierung und Aufwertung des Bolzplatzes anbieten. 
Auch in der der Harlinger Kapelle und den daran angebundenen Traditionen (Pilger) sahen die Teilnehmer ein Alleinstellungsmerkmal am Bietzerberg.

 

Protokoll Bietzen:

Am zweiten Termin der Bürgerbeteiligung zum Dorfentwicklungskonzept diskutierten am 09.07.2021 in Bietzen auf dem Dorfplatz 12 interessierte Bürger gemeinsam mit dem ersten Beigeordneten Herrn Bies, Herrn Cappel (Stadtplanung Merzig) sowie Herrn Später und Frau Fickinger vom Planungsbüro Argus Concept die Zukunft am Bietzerberg. Wie ein Tag zuvor in Harlingen wurden auch hier Fixpunkte für ein örtliches Leitbild 2030 erarbeitet.

Auch in Bietzen wurde zunächst das Themenfeld Bauen und Wohnen diskutiert. Auch hier besteht eine Nachfrage nach Bauland, die nicht  entsprechend gedeckt werden kann. Einigkeit herrschte in Bietzen aber auch darüber, dass es zukünftig nicht um große Neubaugebietsflächen auf der grünen Wiese gehen kann, um eine Entleerung der Ortsmitte zu verhindern. Derzeit ist in Bietzen, auch gestützt durch den Zustrom von Käufern/Mietern aus Luxembourg, kein Leerstand zu verzeichnen. Im Ort bestehe ein Defizit beim Angebot an Mietwohnungen, für die ein erheblicher Bedarf bestehe. Auch eine architektonische Beratung von Kaufinteressenten und einen finanzielle Förderung beim Kauf von Problemimmobilien wurde als sinnvolle Maßnahme zur Stärkung der Ortsmitte betrachtet. Kritik geäußert wurde an der Stadt, sich in der Vergangenheit nicht konsequenter um den Ankauf von Problemimmobilien und Flächen in der Ortsmitte bemüht zu haben. So seien jetzt Zwangspunkte entstanden, die eine Umnutzung von Flächen erschwerten.

Über eine Gestaltungsfibel sollten Gebäudebesitzer im Hinblick auf eine dorfgerechte Gebäude- und Freiflächengestaltung sensibilisiert werden. In der Ortsmitte gäbe es mehrere Negativbeispiele, die dem Ortsbild nicht zuträglich seien.

Bestätigt wurde erneut, die hohe Bereitschaft der Bietzer Bürger, sich im Alter auf gemeinschaftliche Wohnformen einzulassen, dafür biete der Gebäudebestand der Ortsmitte durchaus interessante Ansatzpunkte.

Auch in Bietzen fand der Ansatz eines multifunktionalen „Vereinshauses“ (Fokus auf Kultur und Veranstaltung, mit Nutzungsmöglichkeit für Sport, z.B. Tischtennis, Turnen) Anklang. Dafür müsse der beste Standort gesucht und gefunden werden, dieser müsse aber nicht zwangsläufig in Bietzen sein. Ein geeigneter Standort sei eher am Ortsrand zu finden, wo es weniger Probleme mit den Nachbarn und genügend Flächen für Parkplätze und Freiflächen gäbe. Eine Umnutzung des vorhandenen Bürgerhauses sei in der folge konsequent, da dieses mit vielen baulichen Einschränkungen (Gebäude und Umfeld) behaftet sei.  Ein neues „Vereinshaus“ sei für das Orchester in Bietzen ein erheblicher Gewinn. Der Verein sei sehr vital und ein Aushängeschild für die gesamte Stadt Merzig.

In der Diskussion um die Arbeit der Vereine entfachte sich eine Diskussion um das Zusammengehen der beiden Sportvereine in Bietzen und Menningen. Eigentlich sei jedem die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit eines Zusammenschlusses bewusst, diesem stünden aber noch alte Konflikte und Vorbehalte entgegen, die es aus dem Weg zu räumen gelte. Diskutiert wurde eine zukünftige Aufgabenteilung innerhalb des neu zu schaffenden Vereins, mit einem Schwerpunkt auf der Jugendarbeit in Bietzen (auch wegen des angrenzenden Schulstandorts) und dem Spielbetrieb in Menningen (hochwertiger Rasenplatz).

Lange wurde um die zukünftige Entwicklung der Ortsmitte von Bietzen diskutiert. Diese würde im Moment nur als Parkplatz genutzt. Die Fläche böte aber große Potenziale zur Entwicklung und Umgestaltung. Durch die nicht unerhebliche Größe der Fläche käme hier ein multifunktionaler Ansatz in Frage. Die drei bisher baulich voneinander getrennten Teilbereiche sollten baulich miteinander in Verbindung gebracht werden und die Zugänglichkeit der Fläche von der Hauptstraße verbessert werden. Es sollte noch Stellplätze auf der Fläche erhalten bleiben, diese aber eher randlich angeordnet.

Diskutiert wurden mögliche Funktionen, die auf dieser Fläche ein Realisierungspotenzial haben können. Hier wurden die folgenden Ideen entwickelt. Errichtung eines Gebäudes „Dorftreff“ für bis zu 30 Personen (mögliche Ergänzungsfunktionen könnten ein Selbstbedienungs-Automateneinkauf mit überwiegend regionalen Produkten, ein Biergarten/Café als Saisongastronomie oder eine Wanderherberge sein). Hier gelte es mehrere Funktionen unter einem Dach, an einem Ort zu bündeln, um damit eine bessere wirtschaftliche Basis zu schaffen.

Bei der Gestaltung des Dorfplatzes gelt es es den vorhandenen Baumbestand zu erhalten und weitere Grün- und Ruhebereiche sowie den alten Brunnen zu integrieren. Auch die Errichtung einer Bühne für Konzerte und sonstige Veranstaltungen könne die Attraktivität des Platzes steigern.

Dabei müsse sich die Ortsmitte mit dem Dorfplatz als eine Einheit mit der Bebauung in der Menninger Straße gedacht werden. Der Fokus reiche hier von dem großen landwirtschaftlichen Anwesen in der Menninger Straße, über den Dorfplatz bis zur Kirche.

Auch im Tourismus verfüge der Ort über ein gutes Potential. Bereits seit längerem strebt man das Zertifikat des staatlich anerkannten Erholungsortes an. Das Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten sei gut, es fehle aber an einem gastronomischen Angebot und auch sei das Marketing der Stadt für den Bietzerberg sei nicht ausreichend. Mit den Leitthemen Wandern und Bietzer Heilwasser könne man mehr erreichen, andere Gemeinden in der Region seien hier erfolgreicher. Ein Magnet sei auch die Schutzhütte des Dorfes mit bis zu 250 Anfragen im Jahr.

In Sachen Verkehr leidet Bietzen ebenfalls unter dem hohen Fahrzeugbestand der Bevölkerung mit Problemen bei ruhenden Verkehr. Auch ist die Akzeptanz des ÖPNV nur gering entwickelt und auch die Fahrradnutzung im Alltagsverkehr ist nur von nachgeordneter Bedeutung. Eine Wegeanbindung nach Menningen und weiter nach Saarfels fehlt und wird von den Bürgern gewünscht. Für den Dorfplatz wünscht man sich zudem Ladesäulen für Bikes (Lage an der E-Velo Strecke) und Kfz

Ebenfalls ist die Anbindung des Haltepunktes Fremersdorf schlecht. Es fehlt hier ein beleuchteter wegemäßiger Zugang für Fußgänger und Radfahrer. Dieser ist aktuell nur über die Fahrstraße möglich. Der Haltepunkt präsentiere sich baulich nur wenig attraktiv und biete keine gesicherten Abstellmöglichkeiten für Fahrräder.

In Sachen Nahversorgung wurde die starke Ausrichtung der Bürger auf die großen Märkte im Saartal deutlich. Doch auch das verbliebene Angebot werde gerne genutzt. Die Ansiedlung eines Marktes am Bietzerberg erscheint dagegen unrealistisch, auch wenn sich in der Bürgerbefragung viele Teilnehmer ein besseres Angebot wünschten. Über mobile Versorgungsdienste und evtl. über ein weiteres Angebot mit Selbstbedienungsautomaten könne ein Mindestangebot zukünftig gewährleistet und neue Angebote erschlossen werden.

Leitbild 2030

Bietzen – Im Einklang mit Kultur und Natur

Bietzen stellt mit seiner Ganztagesbetreuung aus Schule und Kiga ein attraktives und wohnortnahes Angebot für junge Familien am Bietzerberg bereit. In Verbindung mit der attraktiven Wohnlage ziehen junge Familien an den Bietzerberg.

Bietzen entwickelt seine Ortsmitte zu einem attraktiven Zentrum mit einem multifunktionalen Dorfplatz als Ort der Begegnung und der Kultur. Dadurch steigt die Wohnqualität in der Ortsmitte und mehr junge Familien interessieren für ein Wohnen in der „Mitte“. Gestützt durch Beratungs- und Förderprogramme entwickelt sich die Ortsmitte positiv. Durch die Stadt werden einzelne Altgebäude erworben und die Flächen neu vermarktet, bzw. Flächen werden umgewidmet. Mehr und mehr ältere Menschen wenden sich den neu entstehenden Angeboten für ein gemeinschaftliches Wohnen zu.

Der Bietzerberg entwickelt und schärft sein Profil für Wanderer und Radfahrer. Die neu gestaltete Ortsmitte in Bietzen bildet eine Anlaufstelle für Wanderer und Radfahrer. Gemeinsam mit der Dorfbevölkerung nutzen sie das Angebot der Saisongastronomie auf dem Dorfplatz.

Bietzen profitiert zudem von einem neu zu schaffenden „Vereinshaus“ am Bietzerberg. Dieses ist multifunktional und auch für größere Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten (z.B. Tischtennis, Turnen) ausgelegt und schließt die Defizite der drei bestehenden Häuser, die in der Folge anderen Nutzungen zugeführt werden. Mit dem neuen „Vereinshaus“ erfolgt eine positive Entwicklung des Vereinslebens mit neuen und erweiterten Angeboten.

Mit attraktiven und modernen Mobilitätsangeboten sinkt zukünftig die Bedeutung des eigenen Kfz, die angespannte Situation im Bereich des ruhenden Verkehrs wird sich entschärfen. Mit der verbesserten Anbindung des Haltpunktes Fremersdorf und dem Bau eines Fuß- und Radweges nach Menningen und weiter nach Saarfels verbessert sich das Angebot für Fußgänger und Radfahrer.

Welche Rolle übernimmt Bietzen am Bietzer Berg?

Für den Bietzerberg wird Bietzen mit Schule und Kindergarten soziale Einrichtungen für die drei Stadtteile vorhalten. Auch durch Lage, Einwohnerzahl, den Kirchenstandort und die verbliebenen Versorgungsangebote kommt Bietzen eine Zentrumsfunktion am Bietzerberg zu.

Durch die große Anzahl an Vereinen konzentriert sich hier das gesellschaftliche und kulturelle Leben. Bietzen bildet die zentrale Anlaufstelle für die Erholung in der Landschaft am Bietzerberg.

Protokoll Menningen:

Die dritte Veranstaltung im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Dorfentwicklungskonzept fand am 12.07.2021 in Menningen im Bürgerhaus mit 18 interessierten Bürgern gemeinsam mit dem ersten Beigeordneten Herrn Bies, Herrn Cappel (Stadtplanung Merzig) sowie Herrn Später und Frau Fickinger vom Planungsbüro Argus Concept statt. Auch hier wurde die Zukunft am Bietzerberg gemeinsam intensiv diskutiert. Neben den Schwerpunktthemen aus Harlingen und Bietzen wurde besonders die Entwicklung von Mobilität thematisiert, wobei die Einbindung des Fremersdorfer Bahnhofes von besonderem Interesse war.

 

Auch in Menningen besteht der Wunsch nach einem verbesserten Wohnraumangebot. Insbesondere für junge Menschen und die ältere Generation sei die Situation schwierig. Mietobjekte (Wohnungen) seien nachgefragt aber kaum zu bekommen, auch Immobilien zum Ankauf oder Bauland aus dem Bestand der Baulücken sind nur schwer zu bekommen. Hier seien Anreize hilfreich, um diese Angebotslücken zu schließen und Eigentümer etwa zu Umbaumaßnahmen zu motivieren.  Eine Lösung könne hier ein verstärkter Focus auf ein Mehrgenrationenwohnen sein. Solche Wohnformen gelte es für die Zukunft verstärkt zu entwickeln und auch zu fördern. Als weitere Ideen wurden eine Baustellenbörse,  der Ankauf und die Wiedervermarktung von „Problemgebäuden“, die Förderung der Mietwohnungsbereitstellung sowie Beratungsangebote für die ältere Generation zum Mehrgenerationenwohnen und zum Umbau von Bestandsgebäuden. Damit sei zukünftig ein Wohnen im Alter in dem gewohnten Umfeld zu realisieren.

Auch in Menningen herrscht eine Unzufriedenheit mit der verkehrlichen Situation. Insbesondere durch den hohen Fahrzeugbestand der Bevölkerung kommt es immer wieder zu Konflikten durch zahlreiche im Verkehrsraum abgestellte Fahrzeuge. Als Wunsch wurde geäußert die Parksituation zu ordnen, etwa in der Ortsmitte einzelne Abstellflächen auszuweisen und andere Bereiche dafür freizuhalten.

Die Konflikte konzentrierten sich aufgrund der hohen Bebauungsdichte in der Ortsmitte und führten auch dazu, dass der dort gelegene Dorfplatz von den Anliegern als Parkraum adaptiert wird.

In der Ortsmitte fehle zudem eine Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge und E-Bikes

Im Bereich des Radverkehrs wurde die fehlende Fuß- und Radwegeverbindung nach Bietzen und nach Saarfels moniert. Diese Lücke müsse zukünftig geschlossen werden.

In Sachen ÖPNV konzentrierte sich die Diskussion um den nahegelegenen Bahnhof bzw. Haltepunkts  in Fremersdorf. Dorthin müsse aus dem Dorf eine attraktive und beleuchtete Fuß- und Radwegeverbindung hergestellt werden, auch das unattraktive Umfeld des Bahnhofs müsse aufgewertet, Angsträume müssten beseitigt werden.

Das Busangebot am Bietzerberg sei eher in Richtung Beckingen und Dillingen ausgerichtet, was nicht am tatsächlichen Bedarf orientiert sei. Insgesamt sei für die Zukunft das Thema Mobilität komplett neu zu denken, Angebote wie Car-Sharing, Mitfahrerbörsen und Mobilitäts-Apps könnten sich positiv auf eine Flexibilisierung der Mobilität, abseits der Nutzung eines privaten Kfz auswirken.

In Bezug auf die Ortsmitte war auch in Menningen eine Unzufriedenheit mit der derzeitigen Situation zu verzeichnen. Man wünscht sich eine Umgestaltung der beiden Teilbereiche beidseits des Kreuzungsbereiches. Im Bereich der Brunnenanlage und der Bushaltestelle seien gestalterische Fehler gemacht worden. Die Fläche werde nur schlecht angenommen. Dieser Bereich müsse mit der dahinterliegenden kleinen Spielfläche neu gedacht werden. Einzelne Bürger wünschen sich den alten Laufbrunnen zurück, wie er ursprünglich an diesem Ort vorzufinden war. Auch müsse die Bushaltestelle barrierefrei in die Fläche integriert werden. Die größere Teilfläche auf der anderen Straßenseite werde aktuell als Parkplatz und Containerstellplatz genutzt werden. Hier wünschen sich die Bürger einen eingegrünten Begegnungsort als Dorftreff zum Verweilen und zur Kommunikation. Die Parknutzung solle hier eingeschränkt, nicht aber ganz ausgeschlossen werden. In diesem Zusammenhang müsse die Verkehrsführung im Kreuzungsbereich geprüft und evtl. verändert werden. Die Umsetzung des Bereiches nach dem Prinzip des Shared Space (bezeichnet ein Planungskonzept, nach dem vom Kfz-Verkehr dominierter öffentlicher Straßenraum lebenswerter, sicherer sowie im Verkehrsfluss verbessert werden soll. Charakteristisch ist dabei die Idee, auf Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen zu verzichten. Gleichzeitig sollen die Verkehrsteilnehmer vollständig gleichberechtigt werden, wobei die Vorfahrtsregel weiterhin Gültigkeit besitzt) sollte für diesen Bereich geprüft werden.

In der Grundversorgung wurde das sich im Moment entwickelnde Segment der Selbstversorgerautomaten diskutiert. Dies könne für Menningen ein attraktives Nischenangebot darstellen, um sich im eigenen Dorf mit einzelnen Produkten des täglichen Bedarfs und als Ergänzung zu den mobilen Angeboten (HEIKO) zu versorgen.

Zum Thema der Vereine stand auch hier die Diskussion um die Zukunft der beiden Sportvereine am Bietzerberg im Mittelpunkt. Auch in Menningen wurde die Meinung vertreten, dass zukünftig eine Zusammenlegung der beiden Vereine alternativlos sei. Als Hauptspielort solle zukünftig Menningen fungieren, da hier ein hochwertiger Rasenplatz vorhanden sei. Auch sollten weitere Sportaktivitäten in den neu zu gründenden Verein mit aufgenommen werden, damit es nicht allein beim Fußball bleibe. Für diese Angebote gelte es die Sportanlage zukünftig baulich weiterzuentwickeln.

Auch in Menningen wurde der Ansatz eines „Vereinshauses“ für den gesamten Bietzerberg positiv aufgenommen. Ein solches Gebäude böte für Vereine und Veranstaltungen Möglichkeiten, die in keinem der vorhandenen Gebäude am Bietzerberg derzeit möglich seien. Damit können die Vereinsarbeit in der Zukunft effektiv gestützt und weiterentwickelt werden. Auch im Hinblick auf die Nachwuchsgewinnung sei dies eine Schlüsselfrage. Bei der Standortfrage dürfe es nur nach baulich-funktionalen Gesichtspunkten gehen.  Dies müsse eingehend und standortoffen geprüft werden. Für die dann nicht mehr benötigten Bürgerhäuser könne dann eine Umnutzung erfolgen, beziehungsweise könnten die Flächen neu entwickelt werden. Für Menningen wurde die Möglichkeit zur Nutzung des vorhandenen Gebäudes als Coworking-Space diskutiert.

Im Bereich Erholung und Tourismus sahen die Teilnehmer noch unausgeschöpfte Potenziale am Bietzerberg. Leider fehle es in der Region an einem kreativen Unternehmertum zur Entwicklung neuer Angebote, da die Tourismuswirtschaft hier über keine Tradition verfüge.

Leitbild 2030

Menningen – Sportlich am Bietzerberg

Menningen entwickelt sich zum Zentrum sportlicher Aktivitäten am Bietzerberg. Der neu gegründete Verein hat in Menningen seine Spielstätte. Die Sportanlage in Bietzen wird weiterhin für den Trainingsbetrieb und die Jugendarbeit genutzt und es sind weitere Sportangebote in die Arbeit des Vereins aufgenommen worden.

Die Dorfmitte von Menningen wurde umgestaltet. Mit der barrierefreien Bushaltestelle, Ladepunkten für E-Fahrzeuge und einem Carsharing-Angebot wird die Mobilitätswende im Dorf gelebt. Das Parken in der Ortsmitte wurde neu geordnet, die Brunnenanlage wurde neu gestaltet und es ist eine grüne Insel als Ort der Begegnung und Kommunikation entstanden, dazu wurde die Verkehrsführung im Kreuzungsbereich angepasst und mehr Platz für Fußgänger geschaffen.  Gestützt durch Beratungs- und Förderprogramme entwickelt sich die Ortsmitte positiv. Durch die Stadt werden einzelne Altgebäude erworben und die Flächen neu vermarktet, bzw. Flächen werden umgewidmet. Mehr und mehr ältere Menschen wenden sich den neu entstehenden Angeboten für ein gemeinschaftliches Wohnen zu.

Menningen profitiert zudem von einem neu zu schaffenden „Vereinshaus“ am Bietzerberg. Dieses ist multifunktional und auch für größere Veranstaltungen und sportliche Aktivitäten (z.B. Tischtennis, Turnen) ausgelegt und schließt die Defizite der drei bestehenden Häuser, die in der Folge anderen Nutzungen zugeführt werden. Mit dem neuen „Vereinshaus“ erfolgt eine positive Entwicklung des Vereinslebens mit neuen und erweiterten Angeboten.

Nach Fertigstellung des neuen Vereinshauses ist im Dorfgemeinschaftshaus ein Coworking Space entstanden. Mit der schnellen Internet-Anbindung ist hier ein Ort für Kreative und das ausgelagerte Home Office entstanden.

Mit attraktiven und modernen Mobilitätsangeboten sinkt zukünftig die Bedeutung des eigenen Kfz, die angespannte Situation im Bereich des ruhenden Verkehrs wird sich entschärfen. Mit der verbesserten Anbindung des Haltpunktes Fremersdorf und dem Bau eines Fuß- und Radweges nach Bietzen und nach Saarfels verbessert sich das Angebot für Fußgänger und Radfahrer.

 

Welche Rolle übernimmt Menningen am Bietzerberg?

Menningen entwickelt sich zum sportlichen Zentrum am Bietzerberg. Es fungiert als Spielort des neu gegründeten Vereins und entwickelt zudem Angebote für neue sportliche Aktivitäten.

 

 

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